Windelfrei mit selbstgestrickten Stulpen

Fünf Monate windelfrei – Wie die Zeit vergeht!

Wo ist nur die Zeit geblieben?? Die letzten Wochen und Monate sind wie im Flug vergangen. Gleich vorweg: Ich liebe windelfrei immer noch! Es macht mir einfach total viel Spaß 🙂 Und Jasper macht inzwischen schon Turnübungen auf dem Töpfchen. Die ersten Wochen scheinen mir schon ewig weit her zu sein. Was sind wir geflitzt mit den Tüchern und allem. Und was wurden wir bepieselt und bekackt. Wirklich! Aber inzwischen – und das schon seit so vielen Wochen – läuft es einfach super. Das meiste geht ins Töpfchen, der Rest ins Back-up.

Was benutze ich als Back-up?

Ich habe oft für die Nächte noch die Wegwerfwindel da, gebrauche inzwischen aber immer mehr Stoffwindeln. Das Nässe-Gefühl bleibt so erhalten, aber es ist nicht extrem nass. Ich habe verschiedene Stoffwindel-Systeme hier, teils geschenkt bekommen, teils gekauft oder geliehen. Irgendwie hat jedes System so seine Vor- und Nachteile. Und am liebsten mag ich es, wenn wir zu Hause sind und Jasper einfach gar nichts unten rum tragen muss.  Das erscheint mir am natürlichsten, auch für seine Bewegungsfreiheit. Aber nicht jeder fühlt sich wohl damit. So muss jeder für sich entscheiden, was am besten passt zum Wohlfühlen.

Nachts ohne Windel?

Das habe ich bisher nur einmal gemacht. Und auch nur deshalb, weil Jasper beim Stillen in einen tiefen Schlaf gesunken ist und ich ihn mit dem Wickeln nicht wecken wollte. Aber wie so oft inzwischen ist er trocken geblieben bis zum nächsten Stillen, was ca. 8 Stunden später war und hat dann ins Töpfchen gemacht nach dem Aufwachen. Perfekt! Manchmal wache ich aber nicht früh genug auf und dann ist die Windel schon nass. Oder ich denke mir „bitte noch fünf Minuten“ und das ist dann manchmal zu lang, wenn er schon wach ist. Aber macht ja nix. Dann wechseln wir die Einlage und gut ist es.

Windelfrei Streiks

Ich habe schon viel über Streiks und Pausen bei Windelfrei gelesen. Erlebt habe ich sie noch nicht. In allen Büchern ist aber beschrieben, dass die Babys streiken und dies mit dem Strecken ihres Körpers z. B. zum Ausdruck bringen. Auch das kann ich bei meinem Baby nicht bestätigen. Bei Jasper ist es ein Anzeichen für das große Geschäft. Nicht immer, aber häufig. Gestreckt kommt Pipi und Kaka, auch gerne mal über den Töpfchenrand hinaus (zum Glück nur das Pipi). Das Schöne ist eigentlich, dass ich in den letzten drei Monaten vielleicht ein Mal sein Kaka in der Windel hatte. Sonst geht es immer in den Topf. Vollgekackte Windeln sind für mich also eher fremd.

Abhalten über Töpfchen, Waschbecken, Klo oder Busch

Um ein bisschen Abwechslung in den Windelfrei-Alltag zu bringen, halte ich Jasper inzwischen auch mal über der Toilette ab. Das klappt bei Pipi ganz gut. Das Waschbecken ist eher nicht so seins. Soll mir recht sein. Und inzwischen schaut er schon mal ganz interessiert runter, was für einen Strahl er da erzeugt oder findet es spannend, wenn die Klospülung geht.

Abhalten unterwegs

Ich habe das Töpfchen eigentlich immer dabei. Ich benutze ja nach wie vor den Einsatz vom Ikea Töpfchen. Verschiedene Töpfchen habe ich in meinem Bericht „Die ersten vier Wochen mit Baby“ vorgestellt. Aber da er inzwischen auch über der Toilette abgehalten werden kann, hatte ich es bei zwei Ausfügen nicht dabei. So zuletzt bei Ikea 🙂 Jasper musste mal und ich bin mit ihm auf die Toilette. Dort wollte oder konnte er sich aber leider nicht entspannen und pieseln. Ich also wieder raus und dann rein in den Ikea, zur Kinderabteilung, das Töpfchen geholt, durch den ganzen Laden gewetzt zur Kasse, um das Ding zu bezahlen und dann wieder aufs Klo. Und siehe da: Er hat gewartet und hat dann zufrieden in das ihm bekannte Töpfchen gemacht. So habe ich nun ein Zweites fürs Büro. Ist ja auch nicht schlecht!

Und dann war letztens schon so herrliches Sommerwetter. Ich wollte mit Jasper nur einen schönen Spaziergang machen, hatte also nichts dabei und habe dann eine Freundin im Park getroffen. So habe ich mich dazu gesetzt und gehofft, dass Jasper mir signalisiert, wenn er muss. Da war ich dann doch etwas angespannt. Nach zwei Fehlversuchen in den Büschen hat er beim dritten Mal aber nicht gepieselt sondern Kaka gemacht. Oh Schreck!!! Naja, war ja beim Gebüsch und meine Freundin hatte Taschentücher dabei 🙂 alles also gut gegangen. Und er fand es ganz spannend so inmitten der Natur und mit all den grünen Zweigen. Unterwegs abzuhalten ist also auch kein Problem, wenn man selbst entspannt bleibt. Wenn es Dich stresst, dann ziehe lieber ein Back-up an und kommuniziere Deinem Baby, dass es ok ist, in dieser Zeit in die Windel zu machen.

Mein Fazit nach fünf Monaten

Ich liebe Windelfrei und kann mir nicht vorstellen, es anders zu machen. Und das Beste: Nach und nach lerne ich mehr Windelfrei-Mütter in meinem Umkreis kennen und es macht so viel Spaß, sich auszutauschen. Also nur Mut, wer es versuchen möchte. Man kann nichts falsch machen! Nur Spaß dabei haben und die Zeit mit seinem Baby noch mehr genießen. Einfach toll!